Predigt

Halbzeit

Andreas Timm am 22 Mai 2016


Dream Again | Teil 4 | Halbzeit

Ganz herzlich Willkommen. Schön, dass du heute Morgen in der Ecclesia Nürnberg zum Gottesdienst bist. Falls wir uns noch nicht kennen, oder wir uns zum allerersten Mal sehen, mein Name ist Konstantin Kruse. Ich bin Pastor in dieser Gemeinde.

Heute ist Pastor Andreas Timm aus Tostedt als Gastsprecher da. Ein starker, toller Mann Gottes. Vier Töchter, was wir ihm versuchen nachzuahmen. Es ist einfach toll, dass du da bist Andreas. Auch an das ganze Team, das um uns zu dienen für das Wochenende mitgekommen ist, ein Dankeschön. Ansonsten, Andreas, bitte ich dich aufzustehen, denn wir wollen dich willkommen heißen in unserer Mitte.

Hoffnungen und Träume

Ja schönen guten Morgen. Der 1. FC Nürnberg träumt von der ersten Liga, richtig? Besser: Er träumt wieder von der 1. Liga. Ich selbst bin bekennender Bayern-Fan. Euer Pastor hat euch hoffentlich gelehrt Dinge zu bekennen. Ich bekenne das ich Bayern Fan bin und wir haben gestern noch 120 Minuten Fußball geschaut. Pastor Konstantin war sehr konsterniert als die Dortmunder verloren haben. Aber sie dürfen auch nochmal träumen für einen Titel. Ja? So sind wir gleich im Thema und ich darf mit euch gleich noch mal dieses Thema aufgreifen, das ihr in den letzten drei Wochen gehabt habt. Dream Again.

Ist die Strategie erfolgreich?

Um beim Thema Fußball zu bleiben. Ich habe gestern noch drauf gewartet, ob etwas in der Halbzeit passiert. Wird es noch einmal eine Strategieänderung geben? Wird noch einmal ein Kick kommen von einer der beiden Mannschaften, die so strategisch aufeinander eingestellt waren und eigentlich keine richtig die Oberhand hatte? Teilweise dachte ich Borussia Dortmund, aber eigentlich wusste ich der 1. FC Bayern hatte es bis zum Schluss in der Hand. Wir warteten also gestern, ob noch mal ein Moment kommt, dieser geniale Moment, in dem einer den Konter schafft. Noch einmal so ein genialer Moment in dem ein Tor fällt. Aber leider nicht.

Bewerten der Umsetzung

Genauso weiß ich nicht wie es bei dir aussieht. Was haben die drei Predigten in den letzten drei Wochen in dir bewirkt? Haben sie bei dir ausgelöst noch mal neu zu träumen oder vielleicht sogar das erste Mal zu träumen? Man begibt sich auf diese Reise und beschließt dieses Ziel, diesen Traum, anzuvisieren. Man hat begonnen zu träumen, man wagt nun einen Schritt zu tun, sich in eine Richtung zu bewegen um das Ziel zu erreichen. Die meisten von uns haben entweder latente – also in uns liegende aber noch schlummernde – Träume, oder explizit ausgesprochene. Wenn man dann sich auf diese Reise begeben hat, diese Träume angegangen ist wird man wie ich feststellen: Das Leben ist wie ein Fußballspiel, da irgendwann mal ein Moment kommt in dem man kurz in die Kabine geht. Man drückt in so einen Moment, in dem etwas passiert, einen Pause-Knopf. Man bewertet sich noch mal.

Sichtweisen auf die Halbzeit

Schauen viele von euch Fußball? Ich weiß nicht wie ihr das so macht, aber während einer Halbzeit ist es für den Zuschauer ein Moment sich sein Getränk nachzufüllen, vielleicht auf das Klo zu gehen, noch eine Chips Tüte zu holen, noch mal aufzustehen oder frische Luft zu schnappen.

Bei den Spielern sieht es anders aus. In der Kabine werden sie noch mal durchmassiert, wechseln das Trikot, bekommen nochmal eine Ermutigung von den Ersatzspielern. Wenn der Trainer dann in die Kabine kommt und nochmal die Mannschaft versammelt, sie motiviert, gibt er vielleicht noch ein paar strategische Veränderungen mit auf den Weg, weil er merkt der Ursprungs-Plan funktioniert nicht ganz. Man liegt vielleicht schon mit einem Tor im Rückstand und man ist innerlich abgebremst. Selbst das erste Tor zu schießen war angedacht, trotzdem liegt man 0:1 oder 0:2 zurück. Diese Phase in der Halbzeit ist ganz, ganz wichtig.

Kritischer Zeitpunkt

Die Halbzeit ist eine besonders kritische Phase für ein Spiel. Genauso auch für deinen Traum und dein Leben. Für die Dinge, die du im Glauben angehst, die du mit Gott angehst und mit der Kraft des Heiligen Geistes. Du bist motiviert, du bist hochgepuscht, du hast einen Schritt getan, du hast eine Entscheidung getroffen und nun kommt eine Halbzeit-Phase. Und diese Phase ist folgenschwer. Hier entscheidet sich, ob du noch den Willen zum Sieg hast oder ob du resignierst. Vielleicht denkst du: Diese zwei Tore können wir nicht mehr einholen. Oder wirst nachlässig und ruhst dich auf deinen drei geschossenen Toren aus, weil du glaubst die anderen schaffen es nicht auszugleichen. Aber auch das gibt es auch bei Fußballspielen. Die deutsche Nationalmannschaft hat 2012 in der WM-Qualifikation 4:0 gegen Schweden geführt. 4:0 stand es in der Halbzeitpause und in der zweiten Halbzeit haben die Schweden vier Tore geschossen und das Spiel ausgeglichen. Endstand 4:4 (4:0). Man sieht wie sehr man aufpassen muss, dass man nicht resigniert, nicht überheblich wird, nicht denkt „Wir bekommen das schon hin“, denn das Spiel ist noch nicht zu Ende.

Ein Spiel dauert 90 Minuten bzw. in bestimmten Situationen 120 Minuten und erst dann wird wirklich abgepfiffen. Ein Rückstand ist noch nicht das Endergebnis und eine Führung ist noch nicht ein sicherer Sieg. Und deshalb braucht es auch in unserem Leben, auch in Dingen die wir angehen, höchste Konzentration und auch höchste Motivation.

Ich weiß nicht ob auch du mal eine Halbzeit in deinem Leben erleben wirst. Ich hatte eine Halbzeit als ich 40 wurde. Ich bin jetzt 51 – ich sehe zwar nicht so aus -, aber als ich 40 wurde bekam ich in dieser Phase – im März glaube ich, kurz vor Ostern – Schmerzen in meinen Gliedern. Ich war schon mittags müde und mein Körper verlangte, dass ich mich nachmittags nochmal hinlege. Ich habe mich abends nochmals aufgerafft aber ich wusste nicht was mit mir geschah. Nach drei bis vier Tagen bin ich zu meinem Hausarzt, der ein guter Freund von mir ist. Ich sage: „Christian… dies sind die Symptome“ und er schaut mich an. Ich erwarte einen vollen Check-Up mit Blut und allem Drum und Dran. Stattdessen sagt er: „Andreas, du bist jetzt 40. Du kannst nicht immer weiter mit der gleichen Intensität, in der gleichen Geschwindigkeit, mit dem wenig Schlaf und mit den vielen Dingen du machst weiter so machen. Du bist 40.“ Ich dachte 40?! – das ist erst Halbzeit. 40 ist von 80 Jahren genau die Mitte im Leben. Ich musste zu einem Punkt kommen, an dem ich mich bewerte.

Die Geschichte meiner Großmutter

Ich möchte euch einmal mit rein nehmen in eine Geschichte, die mit meinem Leben zu tun hat. Indirekt sowie Direkt. Es geht um meine Großmutter. Meine Großmutter ist 1934 nach China ausgereist. Für die, die nicht im kirchlichen Lager aufgewachsen sind – es gibt sogenannte Missionare. Missionare sind Menschen, die die gute Botschaft von Jesus (anderen) Menschen und Völkern mitteilen wollen. Zu der Zeit geschahen pfingstliche Aufbrüche in Deutschland und viele Menschen lernten Jesus kennen und die Kraft seines Heiligen Geistes. Sie hörten, dass Jesus sagt: „Geht in alle Welt“ und so hat auch meine Großmutter diesen Weg beschritten. Sie hat auf Ihrem Herzen gehabt nach China zu gehen und den Menschen in China, die wirklich nichts vom Christentum wussten, von Jesus zu erzählen. Sie war verlobt mit Erich Schürmann. Und wie es damals üblich war, gingen die Männer zuerst nach China voraus. Es gab sozusagen eine Vorab-Kommando-Truppe, die erst mal das Land erkundet hat, vor allem die Gegend in die sie gehen wollten. Das war die Yunnan-Gegend. – Da gibt’s schönen Grünen Tee der kommt da her. Also wenn ihr Tee-Kenner seid, sehr guter grüner Tee kommt aus der Yunnan-Gegend. – Und die Männer haben diese Gegend erkundet. Sie wollten nämlich einen Stamm der Naxi erreichen mit Jesu Liebe. Und Erich ist mit seinem Kollegen vorausgegangen. Sie haben ein Haus besorgt und alles vorbereitet und dann sind zwei Frauen hinterhergekommen. Einmal die Ehefrau des anderen Missionars und einmal meine Großmutter, die Verlobte von Erich Schürrmann. Das Ziel war, dass sie nach Ankunft in Kanton – an der Küste – im deutschen Konsulat ihre Standesamtliche Hochzeit feiern. Die eigentliche kirchliche Hochzeit sollte dann in der Provinz Yunnan, in einem Ort namens Lijiang, stattfinden. Auf dem Rückweg von Kanton nach Lijiang wurde der Verlobte von meiner Großmutter – Erich Schürrmann – sehr krank. Er hatte eine Rippenfell-Entzündung, verbunden mit einer Lungenentzündung und dies führte dazu, dass er auf halber Strecke starb. Halbzeit.

Halbzeit für meine Großmutter die ja ein Ziel, ein Traum verfolgte. Sie wollte Menschen mit dem Evangelium erreichen. Zusammen mit Ihrem Ehemann. Sie hatten vor – wie es damals üblich war – wirklich Jahrzehnte dort zu bleiben. Seinerzeit war es nicht wie heute möglich hin und her zu fliegen mit günstigen Flügen. Es war eine Weltreise und fast schon eine endgültige Reise, die man damals unternommen hat. Und nun platzt dieser Traum der Ehe mit ihrem Geliebten Erich und sie sitzt da mitten auf der Strecke zwischen Kanton und dem Ort wo sie eigentlich heiraten wollte und stellt sich sicherlich die Frage: Warum? Stellt sich sicherlich die Frage: Wieso?

Halbzeit-Phase

Was macht es mit einem Menschen, der in einem Rückstand kommt, emotional? Wenn man ein Gegentor kassiert, wenn man in einer Niederlagensituation hineingerät? Ich möchte mit euch heute noch mal über die Halbzeit-Phase sprechen. Denn ich weiß nicht, wie es bei dir aussieht. Kann es sein, dass es auch in deinem Leben gerade eine Halbzeit gibt?

Vielleicht bist du älter geworden und spürst wie ich die Grenzen deines Körpers. Einige von euch vergessen schon Dinge und fragen: Wo ist denn der Schlüssel? Oder schauen sich noch mal die Frau auf der anderen Seite des Tisches an und fragen: Wer bist du?

Je nach Alter ist es verschieden. Es kann sein, dass du ein Studium angefangen hast oder eine Ausbildung und du warst dir sicher das Richtige gewählt zu haben und du steckt jetzt mittendrin und stellst dir die Frage: Will ich das überhaupt? Es wird schwierig, es wird strenger, es gibt Rückschläge, die Atmosphäre ist nicht die, die du dir vorgestellt hast oder auch der Berufsalltag anders und du überlegst aufzuhören. Kann es sein, dass Du vielleicht in deiner Ehe auch eine Halbzeit erlebst? Ich meine jetzt nicht Silberhochzeit oder ähnliches, sondern deine Ehe plätschert dahin wie manch ein Fußballspiel. Der Partner ist weniger Teammitglied, sondern eher ein Gegner geworden. Du hast mit Elan begonnen, aber es sind mehr Eigentore und Gegentore zu verzeichnen und die Saison deiner Ehe hat schon seine Opfer gekostet. Es kann sein, dass du Kinder hast und auch in der Kindererziehung steckst du erst mitten in der Halbzeit. Die Kinder sind 14, sie sind 15 und du fragst dich: Was habe ich da in die Welt gesetzt?

Es ist Halbzeit. Du bist in der Kabine und bewertest dich. Du fragst: Habe ich alles richtig gemacht? Habe ich genug Grenzen gesetzt? Habe ich auch genug Liebe gegeben? Habe ich genug motiviert und ermutigt? Warum geraten die Kinder so unterschiedlich, dass eines gut geraten ist und du beim anderen nur noch Fragezeichen hast? Und diese Fragen in dieser Halbzeit sind eine Zeit in der wir alle unweigerlich anfangen zu bewerten.

Vielleicht hast du einen Dienst hier in dieser Church, in der Gemeinde, angefangen und bist in ein DreamTeam hinein gekommen mit der Mission die Welt zu bewegen. Du möchtest etwas bewegen und du hast damit angefangen, aber dann wird es hart. Da musst du morgens früh aufstehen. Du bist eingeteilt und du bist auch da, aber alle anderen sind spät. Du bist da, aber alle anderen haben abgesagt und du fragst dich: Warum passiert mir das? Wo ist mein Team? So kann es auch sein, dass es Halbzeiten ist in deinen Beziehungen gibt die du pflegst. Auch in einer Gemeinde. Du dachtest: Mensch ich dachte das wäre faires Spiel in so einer Kirche! Aber da wirst du gefoult, da wirst du angerempelt, da wirst du überholt, da wirst du nicht beachtet, du sitzt auf der – ich will nicht sagen Anklagebank, aber du bist auf der – Ersatzbank und alle spielen aber du nicht. Du fühlst dich wie die Hälfte der Bayern Spieler, die gekauft worden sind und nicht spielen dürfen.

Biblische Beispiele für Halbzeit

Ich habe in die Bibel reingeschaut und habe mich gefragt ob spricht die Bibel von Halbzeit spricht? Und tatsächlich habe ich herausgefunden, dass es Halbzeiten gab in dem Leben von einigen in der Bibel. Die Bibel ist ein herrliches Buch, das uns hilft in das Leben von Menschen, die mit Gott zu tun haben, die mit Gott gelebt haben, reinzuschauen. Sie wurden von Gott geführt, berufen und wenn Sie es zugelassen haben auch zum Ziel gebracht. Und hier können wir einfach von ihnen lernen, wie Sie auf jedem Spielfeld ihr Spiel gelebt haben und was in ihrer Halbzeit stattgefunden hat.

Beispiel 1 – Halbzeit bei Elia

Ich nehme euch mal ein rein in das Leben von einem alten Propheten. Elia. Er war der Haudegen des Alten Testaments und hatte wirklich ein Ziel vor Augen. Gott hat ihn berufen und in eine nicht einfache Situation hineingestellt. Gott hatte gesagt, dass er durch Elia mit diesem ganzen Gottlosen Kram in seinem Volk Israel aufräumen möchte. „Ich möchte, dass du klar sprichst. Ich möchte, dass du klar handelst und dass du aufräumst.“ Und so hat Elia eine Wahnsinns-Befähigung vom Himmel bekommen. Ich denke an die Geschichte der 450 dämonisch besessenen Priester von Baal. Sie waren auf einem Berg namens Karmel. Dort haben sie eine Art Contest gemacht, ein Spiel. Sie sagten: Wir bauen jetzt einfach mal hier einen Holzaltar auf und schauen mal, ob ein Gott vom Himmel mit Feuer antwortet. Ihr 450 Priester von Baal, ihr betet zu eurem Gott. Mal schauen ob er dieses Opfer mit Feuer vom Himmel entzündet und dann werde ich meinen Gott anrufen und wir werden sehen, ob er antwortet. Wow. Und Elia sah das Wunder. Die Geschichte ist drum herum nicht so wichtig, nur die Tatsache, dass Gott antwortete. Der Gott Elias antwortete. Der Gott an den wir glauben und den wir anbeten. Er antwortete vom Himmel und entzündete dieses Opfer mit Feuer. Nach dieser Situation flohen die Priester von Baal beziehungsweise wurden umgebracht. Das ist noch mal eine andere Geschichte. Elia hatte 10:0 gewonnen. Das war ein Wahnsinns-Sieg. Jeder wusste: Gott ist der lebendige Gott und Elia ist sein Prophet! Das ist einer mit dem man es erst aufnehmen muss. Allerdings hat die Frau des von Dämonen besessenen Königs Ahab – Isebel- mitbekommen, dass ihre Priester umgebracht worden sind und sie sagte: Ich werde Elia töten! Und als Elia das hörte bekam er es mit der Angst zu tun und floh. Das ist der Halbzeitpunkt zwischen seinem Sieg am Berg Karmel und zwischen seiner Entrückung in den Himmel. Genau mittendrin kommt er in eine Halbzeit-Situation und wird depressiv und suizidgefährdet:

„Gott! Alle haben sich abgewendet! Ich bin der einzige der hier noch übrig ist! Wo bist du? Mein Leben ist bedroht. Nimm du mein Leben! Lass mich sterben!“ Ich weiß nicht, ob es dir manchmal so geht.

Beispiel 2 – Halbzeit bei David

Ich schaue mal in das Leben von jemand anderem. Das Leben von König David. Auch eine bekannte Person. Er war ernannt als König. Gesalbt mit Öl von dem Priester Samuel. Jeder wusste, David ist der neue König. Dies geschah aber erst mal im Verborgenen. Erst mal in der Pampa irgendwo. Zwischen der Salbung zum König und zu der eigentlichen Krönung in Jerusalem, an der er wirklich als König eingesetzt wurde, passierte etwas. Er war mit seinen Männern unterwegs. Sie hatten ihre Familien in einem Ort namens Ziklag kampiert und waren dann in den Kampf marschiert, wie es damals üblich war. Sie haben gegen die Amalekiter gekämpft. Während sie unterwegs waren, haben die Amalekiter die Stadt Ziklag belagert, eingenommen, und haben die Kinder und die Ehefrauen von den Männern von David – das waren ungefähr 300 Männer – gekapert, entführt und verschleppt. David kommt nun zurück vom Kampf, kommt zurück nach Ziklag, und sieht, dass seine ganze Familie inklusive seiner Kinder verschwunden ist. Genauso die Frauen und die Kinder seiner Kollegen. Und die Bibel sagt uns im ersten Samuel Kapitel 30 (1. Samuel 30): David war in dieser Halbzeit in großer Bedrängnis, denn das Volk sprach davon ihn zu steinigen, denn die Seele des ganzen Volkes war erbittert. Jeder war aufgrund seiner Söhne und Töchter erbittert.

Hier haben wir eine Situation, in der einer zum König benannt worden ist – noch nicht König gekrönt – aber genau in der Hälfte auf dieser Strecke steht. Halbzeit. Verschleppte Personen aus Ziklag. Das ganze Volk dreht sich gegen ihn. Seine Männer, seine Jungs. Sein Team dreht sich um und will ihn steinigen. Was machst du in der Halbzeit? David kommt in diese Halbzeit, geht in seine Kabine hinein und die Bibel sagt uns: David aber stärkte sich in dem HERRN seinem Gott. Und er befragte den Priester: Was soll ich tun? Dieser sagt: Frag Gott! Und David fragte Gott und Gott sprach: Tu dies, tu das und rette die Familien. Er geht gegen die Amalekiter vor und erobert seine Familie zurück und wird später dann zum König ernannt.

Auch du bist ernannt worden als ein Kind Gottes, ein Kind des Königs zu sein, als ein Priester, als ein Prophet. Jemand der klar spricht, jemand der klar lebt in dieser Welt. Du hast dein Glaubensleben mit Jesus gestartet und dann passiert etwas, weshalb du fragst: Warum? Was tust du? Wie gehst du in deine Kabine? Und wie kommst du aus deiner Kabine raus? David kam gestärkt raus. David kam heraus mit einem klaren Blick.

Beispiel 3 – Halbzeit bei Jaïrus

Ich denke noch an eine andere Geschichte. Ich bringe es mal näher zu Jesus. Ein Mann namens Jaïrus. Die Bibel sagt uns, dass Jaïrus ein Jude und Vorsteher der Synagoge war. Er fiel Jesus zu Füßen und bat ihn in sein Haus zu kommen, denn seine einzige Tochter von etwa 12 Jahren lag im Sterben. Und die Bibel erzählt uns – Jesus bekam die Nachricht von diesem Jaïrus: Hier ist meine Tochter die stirbt. Und die Bibel sagt folgendes (Lukas 8, 41ff):
[42] (…) Während er (Jesus) aber hinging, drängten ihn die Volksmengen. [43] Und eine Frau, die seit zwölf Jahren mit einem Blutfluss behaftet war (…) [44] kam von hinten heran und rührte die Quaste seines Gewandes an; und sogleich hörte ihr Blutfluss auf.
Sie wurde geheilt. Jesus drehte sich um und schaute umher: Wer hat mich berührt? Ich beschreibe die ganze Geschichte noch mal. Jaïrus sendet ein Notsignal zu Jesus – meine Tochter ist krank. Jesus sagt: Ich komme. Auf dem Weg wird er gestoppt von dieser alten Frau. Wer es war bekommt er erst mal nicht mit. Er bekommt nur mit – jemand hat ihn berührt und Kraft ist von ihm ausgegangen. Diese Frau ist geheilt und er sagt: Wer hat mich berührt? Er hat Hunderte von Menschen um sich herum und macht ein riesen Ding daraus heraus zu finden wer ihn gerade berührt hat. Die Jünger sagen: Ach da sind so viele Leute. So viele Leute haben dich berührt! Jesus entgegnet – Nein! Jemand hat mich im Glauben berührt. Er mach ein riesen Ding daraus und sucht diese Frau. Dann redet er mit ihr und findet heraus was passiert ist und freut sich mit ihr. Jaïrus steht mit verschränkten Armen dar. Vielleicht fragt er sich: Jesus, warum diese Frau? Warum dieser ganze Tumult um rauszufinden wer dich jetzt berührt hat? Und während er da nervös steht und wartet das Jesus kommt, bekommt er eine Nachricht von seinem Diener: Deine Tochter ist gestorben. Halbzeit

Auf dem Weg von einer Zusage Jesu – Ich komme zu deinem Haus – der Messias, der geheilt hat, der fähig ist ihr jetzt Gutes zu tun. Auf dem Weg passiert etwas. Halbzeit.

In solchen Halbzeit-Momenten brauchst du jemand wie Jesus der sagt: Jaïrus, an was glaubst du jetzt? An diese Botschaft oder an mich? Und Jesus als Trainer sagt: Jaïrus, ich nehme dich an die Hand. Und er ging und er weckte dieses Mädchen von den Toten auf.

Auf Wen blicken wir in der Halbzeit?

Zwischen Karmel und der Entrückung (Elia). Zwischen Ernennung zum König und Krönung in Jerusalem (David). Zwischen der Hoffnung und der Realität (Jaïrus). Ich könnte Beispiele von Nehemia bringen. Ich könnte Beispiele von Paulus bringen. Ich könnte Beispiele von Josua bringen. Ich könnte Beispiele vom alten Kaleb bringen. Zwischen der Wüste und seinem Berg. Der alte Kaleb ist über 80 Jahre alt. Der Einzige, der mit seinem Kollegen Josua bereit war in das neue Land (Kanaan) hinein zu gehen. Und weil 10 andere gesagt haben „Nein, das ist uns zu schwierig!“ muss er noch einmal eine 40-jährige Ehrenrunde in der Wüste drehen. Man könnte verbittert werden, enttäuscht sein, die Schuld den anderen zuschieben. Nein! Als er dann in das verheißene Land kam, sagt Kaleb zu Josua: Ich bin immer noch motiviert! Auch nach 40 Jahren Wüstenwanderung habe ich immer noch etwas in meinem Herzen. Halbzeit. Ich bin bereit, noch ein Berg zu erklimmen. Gib mir diesen Berg, gib mir diese Aufgabe. Ich bin bereit aus der Kabine heraus zu kommen, egal wie meine erste Halbzeit aussah. Ich habe noch Kraft. Und ich habe noch Vision.

Und war es nicht auch so mit Jesus? Die Bibel sagt zwischen Kreuz und Herrlichkeit. In Hebräer 12:1-2 lesen wir:
[1] Deshalb lasst nun auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, jede Bürde und die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf, [2] indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtete und das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.

Jesus, der mitten in diesen Schmerzen vom Garten Getsemani, diesen seelischen Schmerzen, den Schmerzen am Kreuz sagt: Es gibt noch ein Ziel! Egal wie meine jetzige Situation aussieht, wie viel Schmerzen ich noch erlebe: Ich raffe mich jetzt auf. Ich sage es mal mit meinen Worten: Es gibt noch ein Ziel. Ich sehe noch Hunderte, Tausende, Millionen von Menschen die Erlösung brauchen. Ich bin bereit diesen Weg zu gehen. Halbzeit.

Wo stehst du? Was passiert in deiner Kabine? Welche Ermutigung willst du aufnehmen? Wer ist der Trainer an deiner Seite? Welche Hoffnung treibt dich an?

Halbzeit auf der Missionsreise

Ich komme mal zurück zu meiner Großmutter. Sie ist dort und es gibt Briefe die sie damals geschrieben hat. Es gab ja keine E-Mail, keine SMS. Sie haben Briefe geschrieben. Diese Briefe sind aufbewahrt worden und ich hatte das Privileg gehabt einige zu lesen. Und ich lese euch einfach mal vor, was meine Großmutter damals an die Missionsorganisation, die sie damals ausgesandt hat, geschrieben hat. Wie sie in Ihrer Halbzeit mit dem Tod Ihres Verlobten umgegangen ist.

Sie schreibt: Was ich gedacht und in diesen Augenblicken empfunden habe als mein Verlobter gestorben ist? Ich kann es nicht sagen. Ich weiß nur, dass ich vom ersten Moment an, an dem ich an seiner Seite war nur den Namen Jesus aussprechen zu vermochte. Den eine andere Zuflucht, wie wir es gesungen haben, ein anderer Anker, eine andere Hoffnung, hatte ich nicht. In dieser schweren Zeit habe ich so viel Liebe und Führsorge von den hiesigen Freunden und Geschwistern im Herrn bekommen. Oh, ich habe die Gebete für mich gespürt. Wo das Weh und der Schmerz groß sind, da ist die Gnade doch viel mächtiger! Wenn nun die Karawane in diesen Tagen kommen und hier soweit alles erledigt ist, so werde ich wohl mit den beiden Amerikanerinnen zurück nach Lijiang aufbrechen. Ich möchte mit meinem ganzen Leben dem HERRN dienen und die Arbeit fortsetzen, die mein Liebster niedergelegt hat. Er sagte mal zu mir: Elfriede, ich freue mich so, dass meine Berufung eine so klare war, denn auch dann wenn mein Leben jetzt enden sollte, dann weiß ich doch, mein Weg nach hier war richtig.
Sie schreibt weiter: Bitte helft mir in der Fürbitte und ich denke auch an euch. Der Herr sei mit euch allen und tröste euch. Nun herzliche Grüße von eurer Elfriede, die auch jetzt sich daran klammert, dass Gottes Weg immer der Rechte ist, wenn auch noch unverstanden.

Meine Großmutter ging zurück zu dieser Missions-Station. Arbeitete einige Jahre, und jetzt nicht lachen. Als Ersatz-Missionar hat die Missionsgesellschaft einen Mann namens Gottfried Starr nach China gesandt. In China haben meine Großmutter und Gottfried sich kennen gelernt. Lieben gelernt, haben geheiratet und haben vier Kinder bekommen. Sie haben bis 1950 dort gearbeitet. Haben in diesem Naxi-Stamm etliche Gemeinden aufgebaut. Gegründet und aufgebaut. Soziale Arbeit getan. Medizinische Arbeit getan. Als damals die Revolution in China passierte, mussten alle Ausländer raus. Man wusste – ich weiß nicht wie viel Jahre, waren es 20, 30 Jahre – nicht mehr wie es den Christen in China geht. Nach 20, 30 Jahren schaute man wieder nach China und man sich fragte, ob die Christen überhaupt überlebt haben. Mit dem ganzen Verbot von Religion und Verfolgung wusste man nicht ob die Kirche Jesu Christi sich verdoppelt, verdreifacht, vervierfacht oder verfünffacht hätte. Man ging davon aus, dass es vielleicht nur 5 Millionen Christen geben würde. Aber als der eiserne Vorhang wieder aufging, waren es über 50 Millionen Christen in China. Gott hat sein Werk ohne westliche Missionare weiter getan.

Entscheidungen in der Halbzeit

Hier war eine Frau, die in Ihrer Halbzeit noch eine Entscheidung getroffen hat. Und sie hat Gnade bekommen. Sie hat geheiratet, hat vier Kinder bekommen, zwölf Enkelkinder, vierundzwanzig Urenkelkinder. Ich bin einer der Enkel. Meine Tochter ist gerade in Indien, in der Internatsschule, in der ich aufgewachsen bin. Denn meine Eltern waren Missionare in Indien für 23 Jahre. Meine Mutter hatte es auf dem Herzen, weiter in dieser Berufung zu leben. Jetzt ist meine Tochter im Süden von Indien, in einer Schule in der ich aufgewachsen bin. Vor einigen Jahren war ich da, habe diese Schule auch besucht und hatte meine Tochter dabei. Deswegen hat es vielleicht auch bei Ihr gecatcht heute da zu sein. Wir saßen an einem Tisch in einem Restaurant und ein chinesisch aussehender Australier saß gegenüber und wir kamen ins Gespräch. Er war Arzt. Als ich fragte wo er denn Arzt sei und er antwortete, dass er Dienst in China leistete fragte ich: Wo in China. Er sagte: In der Yunnan-Provinz. Da antwortete ich: Ja? Wo denn genau? Er entgegnete: In Lijiang. Ich frage unglaubwürdig: Lijiang? Meine Großmutter war da. Er entgegnete: Ja ich weiß. Das was sie dort gepflanzt hat, das was sie dort begonnen hat, ist explodiert! Vorletztes Jahr habe ich einen ZDF-Bericht gesehen, von einer ZDF Reporterin, die in den Bergen von den Dali-Gegenden über die Naxi-Stämme ein Bericht gesendet hat. Sie hat eine Kirche nach der anderen erwähnt. Sie sagte, dass die Menschen dort gläubig sind. Christus-Gläubig.

Warum erzähle ich diese persönliche Geschichte? Ich möchte dich ermutigen in deiner Halbzeit nicht aufzugeben. Ich möchte dich bei allen Zielen, bei allen Träumen, die du angehst, bei dem Weg der manchmal auch lang ist durch manch eine Holpersituation, manch ein Foul, manch einen Rückschlag und durch manch eine Auswechslung begleitet wird ermutigen, an diesem Anker der Hoffnung festzuhalten.

Was tun?

Ich lade dich ein, kurz deine Augen zu schließen. Und einfach jetzt zu sagen: Jesus hier bin ich, in meiner Kabine. Hier bin ich mit meinen Mitspielern. Du siehst meine Blessuren, du siehst wo ich gefoult worden bin. Ich habe sogar eine gelbe Karte bekommen. Ich weiß nicht, ob ich eingewechselt werde, ich verstehe nicht Warum ich ausgewechselt worden bin. Aber ich bin Teil eines Teams und Teil einer Gemeinschaft und ich möchte dieses Ziel, das Du mir gesteckt hast, diesen Traum den Du in mein Herz gelegt hast, diesen möchte ihn nicht aufgeben! Sondern ich möchte, dass ich aus dieser Halbzeit rauskomme und nochmal die zweite Halbzeit spielen werde mit Deiner Gnade, mit Deiner Ermutigung, mit Deiner Stärke HERR. Ich möchte nicht aufgeben, bis der letzte Pfiff gepfiffen worden ist. Denn Du bist derjenige, der mich in Deiner Hand hält. Du bist der, der meine Zeit bestimmt. Du bist der, der mich ermutigt. Du bist der, der mich motiviert. Halleluja!

Vielleicht bist du heute hier und du möchtest dich mit einem Gebetshelfer am Ende des Gottesdienstes treffen und sagen: Bete für mich, so und so sieht meine Halbzeit aus. Ich bräuchte eine Ermutigung. Ich bräuchte eine Selenmassage. Ich bräuchte Zuspruch des Himmels. Es kann aber auch sein, dass du heute hier bist und du sagst – Mensch Pastor, du erzählst hier von Halbzeiten und so. Ich bin einfach auf die Welt gekommen. Ich frage mich, warum ich hier bin. Ich leb mein Leben, ich lebe es so gut ich kann. Ja das Leben ist hart, aber was hat Jesus damit zu tun? Ich möchte dich einladen, dich in die Hand des besten Trainers zu begeben. Man sagt Pep Guardiola war gut. Ich würde sagen, Jürgen Klopp ist noch besser. Ich würde sagen, es gibt andere gute Trainer auf dieser Erde, aber ich sage dir: Derjenige, der jemals der beste Trainer für dein Leben sein kann – ist Jesus! Er kann dir die beste Strategie ausmalen. Er kann dich, wenn du niedergeschlagen bist, wiederaufbauen! Er gibt dir eine Perspektive die mehr ist als nur ein Pokal! Es ist das ewige Lebe mit ihm! Mit einer Lebensqualität, mehr als was du bisher kennen gelernt hast. So lade ich dich ein heute auch dein Leben in die Hand von Jesus zu geben. Wenn du das gerne machen möchtest, dort wo du gerade sitzt. Und du sagst, ja das möchte ich tun. Ich möchte heute mein Leben Jesus geben. Er soll mein HERR werden und ich möchte Ihm nachfolgen. An dem Platz, an dem du gerade sitzt und diese Entscheidung treffen möchtest, hebe doch gerade einfach deine Hand hoch. Signalisiere: Hier bin ich. Jesus ich gehöre Dir. Komm in mein Leben! Danke Jesus.

Ich möchte dich einladen ein Gebet zu sprechen. In diesem Gebet möchten wir Jesus unser Leben geben und dort wo du gerade sitzt, kannst du das Gebet gerne nachsprechen im Glauben. Es ist ein Gebet der Lebensübergabe. Einfach an dem Platz, an dem du gerade sitzt, bete einfach mit. HERR Jesus Christus. Bitte komme in mein Leben. Ich bitte Dich, dass Du mich heute rein wäscht von allen Sünden meines Lebens. Es tut mir so leid, dass ich mein Leben lang ohne dich gelebt habe. Aber heute komme ich zu dir. Sei du mein HERR, sei du mein Retter. Jesus, rette mich. Amen.

Aus der Serie:




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